Melancholie und Aufbruch – Norddeutsche Kunst zwischen 1890 und 1930

Uwe Haupenthal, Volker Probst


106 Seiten, zahlreiche, meist farbige Abbildungen, broschiert
ISBN 978-3-86530-093-5

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Melancholie und Aufbruch – Norddeutsche Kunst zwischen 1890 und 1930

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Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bildete sich in den norddeutschen Provinzen eine eigenständige kulturelle Identität heraus. Schleswig-Holstein fand sich nach der Reichsgründung 1871 allmählich mit den neuen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Gegebenheiten ab. Alsbald studierte eine Reihe junger Künstler an deutschen Kunstakademien, darunter Emil Nolde, Adolf Brütt und Ernst Barlach. 1897 vereinte der Hamburgische Künstlerclub junge, fortschrittlich denkende Maler wie Friedrich Schaper und Thomas Herbst. Die neuen Künstlerkolonien in Worpswede, in Ekensund, auf der Insel Föhr oder in Ahrenshoop entdeckten die norddeutsche Landschaft. Motive und Malweise, gesehene Wirklichkeit und die stilistischen Mittel des Naturalismus wie des Realismus bezeugten zugleich einen tiefgreifenden Bruch mit der akademischen Kunst der wilhelminischen Ära. Die Impressionisten lösten geradezu einen Sturm der Entrüstung aus. Die stilistische Dynamisierung des Realismus bzw. des Impressionismus bedingte vielerorts die expressionistische Revolte. Künstler wie Friedrich Karl Gotsch, Cesar Klein, Erich Hartmann und Willem Grimm sorgten für eine abermalige Verkehrung der Verhältnisse. Neben Emil Nolde war es vor allem der Norweger Edvard Munch, dessen Formensprache in den Landschaftsbildern seiner Bewunderer einen geradezu identitätsbildenden Eindruck hinterließ. Norddeutsche Kunst bewahrte ihren spezifisch nordischen Ausdruck.