Erhard Frommhold

Kunstwissenschaftler, Lektor und streitbarer Publizist

Erhard Frommhold, geboren am 20. Mai 1928 in Altenburg, gestorben am 17. Oktober 2007 in Dresden, war ein bedeutender Kunstwissenschaftler und Publizist. Nach einem Studium der Soziologie, Kunst- und Kulturgeschichte in Jena kam er 1951 zum Verlag der Kunst in Dresden. Dort wirkte er ab 1952 zunächst als Lektor, dann als Cheflektor.

Unter anderem rief er 1959 die Reihe "Fundus-Bücher" ins Leben, in der er marxistische Texte zur Ästhetik, Kunstgeschichte und Kulturwissenschaft publizierte. Ziel dieser verlegerischen Initiative war unter anderem die Auseinandersetzung mit einem ahistorischen Realismusbegriff, wie er in den 1950er- und 1960er-Jahren von der SED propagiert worden war.

125 Bände dieser Reihe erschienen unter seinem Lektorat. Sie festigten und verbreiteten Frommholds Ruf als streitbarer, geistvoller Theoretiker, der sich zeitlebens als Sozialist verstanden hatte, obwohl er sich oft in Konfrontation mit der offiziellen Parteilinie befand und sich dabei manche Blessuren – bis zu Maßregelungen, Zensur und Druckverbot – holte. Das umfangreiche schriftliche Archiv Erhard Frommholds befindet sich heute im Besitz der Akademie der Künste.

Publikationen (Auswahl)

  • Erhard Frommhold: Kunst im Widerstand. Malerei – Graphik – Plastik 1922 bis 1945. Verlag der Kunst, Dresden 1968
  • Erhard Frommhold: Ein unerschöpfliches Thema. Texte zur Kunst- und Kulturgeschichte Sachsens. (316 Seiten, 158 x 235 mm, Klappenbroschur, 33 Schwarzweiß- und 9 Farbabbildungen) Lukas Verlag für Kunst- und Geistesgeschichte, Berlin 2009, ISBN 978-3-86732-047-4